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Volljährigenunterhalt

 

Volljährige Kinder sind grundsätzlich verpflichtet, sich selbst zu unterhalten.

 

Dies gilt jedoch nicht, wenn sich das volljährige Kind noch in der allgemeinen Schulausbildung oder in einer beruflichen Erstausbildung befindet. Auch ein Unterhaltsanspruch für eine Zweitausbildung kommt in Betracht, allerdings nur bei Vorliegen besonderer Umstände, etwa wenn die erste Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht fortgeführt werden kann oder mit der Wahl der Erstausbildung die Begabungen und Neigungen des Kindes deutlich fehleingeschätzt wurden. Ein fortgesetzter Anspruch kann sich  auch dann ergeben, wenn es sich um eine von vornherein geplante mehrstufige Ausbildung/Studium handelt und den Eltern eine weitere Unterstützung des Kindes zumutbar ist. Die einzelnen Ausbildungsabschnitte müssen dann aber in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen.

 

Die Höhe des Unterhaltes richtet sich nach dem gemeinsamen Einkommen beider Elternteile, wenn das Kind noch zuhause lebt. Bei volljährigen Kindern mit einem eigenen Hausstand gilt ein fester Bedarf von derzeit 670 EUR. Vom Unterhaltsbedarf werden eigene Einkünfte des Kindes und das staatliche Kindergeld abgezogen. Auch BAföG-Leistungen sind anzurechnen und müssen beantragt werden, wenn nach den Einkommensverhältnissen der Eltern eine Bewilligung in Betracht kommt. Der verbleibende Bedarf ist von den Eltern gemeinsam im Verhältnis ihrer Einkünfte zueinander zu zahlen. Hat ein volljähriges, nicht in allgemeiner Schulausbildung befindliches Kind Vermögen, muss es dieses zunächst für die Bestreitung des Unterhaltes verwenden, bevor es die Eltern zur Unterhaltszahlung heranziehen kann.