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Steuerliche Auswirkungen von Trennung und Scheidung

 

Ehegatten können die steuerliche Zusammenveranlagung beantragen, wenn sie im betreffenden Kalenderjahr nicht dauernd getrennt gelebt haben. Ein Zusammenleben nur zu Beginn des Jahres oder eine vorübergehende Aussöhnung während der Trennung reicht  aus, wenn jedenfalls ein gemeinsamer Wohnsitz bestanden hat. Durch die Zusammenveranlagung bemisst sich die Einkommensteuer nach der Splittingtabelle, die dann günstiger ist, wenn die Ehegatten unterschiedlich hohe Einkünfte erzielen. Die Vorteile des sogenannten Ehegattensplittings können dann auch schon während des laufenden Jahres genutzt werden, indem die Steuerklassenkombination III (für den besser verdienenden) und V (für den geringer verdienenden) gewählt wird.

 

Mit der Trennung entfällt diese Möglichkeit ab dem folgenden Kalenderjahr. Daher muss das Getrenntleben beim Finanzamt angezeigt werden, so dass ab Januar die Steuerklassen geändert werden. Die Eheleute erhalten dann jeder die Steuerklasse I bzw., wenn minderjährige Kinder in ihrem Haushalt leben, die Steuerklasse II. Die daraus resultierenden Veränderungen des verfügbaren Nettoeinkommens müssen beim Unterhalt berücksichtigt werden, der ggf. mit Beginn des Kalenderjahres neu zu berechnen ist.

 

Für Zeiträume, in denen die Zusammenveranlagung rechtlich zulässig und steuerlich vorteilhaft ist, besteht ein Anspruch auf Zustimmung, der vor dem Familiengericht eingeklagt werden kann.

 

Nach dem Trennungsjahr besteht die Möglichkeit des sogenannten begrenzten Realsplittings. Dabei kann der besser verdienende Ehegatte seine Unterhaltszahlungen für den anderen Ehegatten bis zu einer Höhe von jährlich 13.805,00 EUR als Sonderausgaben geltend machen. Der Unterhaltsempfänger muss im Gegenzug den Unterhalt als Einnahme erklären. Dies erfolgt in der Praxis über die sogenannte Anlage U zur Einkommensteuererklärung. Die steuerliche Mehrbelastung des Unterhaltsempfängers muss durch den Unterhaltspflichtigen ausgeglichen werden. Die Ersparnis ergibt sich somit aus dem geringeren Steuersatz, zu dem der Unterhalt beim Unterhaltsberechtigten versteuert wird.