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Erbengemeinschaft

 

Eine Erbengemeinschaft entsteht kraft Gesetzes, wenn der Nachlass an mehrere Erben geht, also kein Alleinerbe alles erhält.

Die Miterben haben den Nachlass bis zu dessen Teilung gemeinschaftlich zu verwalten. Bei außerordentlichen Verwaltungsmaßnahmen (Bsp. Veräußerung eines Grundstückes) ist Einstimmigkeit der Miterben erforderlich. Stimmenmehrheit genügt bei Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung. Dabei wird nicht nach Köpfen abgestimmt, sondern nach der Größe der den Miterben zustehenden Erbteile. Dies birgt in der Praxis oft Schwierigkeiten. Der Erblasser kann dies vermeiden, indem er mit der Verwaltung einen Testamentsvollstrecker beauftragt.

 

Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung des Nachlasses verlangen. Die Teilung hat grundsätzlich in Natur entsprechend der Erbquoten zu erfolgen  Eine bestimmte Form ist für die Auseinandersetzung nicht vorgeschrieben. Es besteht z.B. die Möglichkeit des Abschlusses eines Auseinandersetzungsvertrages, eines Vermittlungsverfahrens oder einer Teilungsklage. Bei der Teilung muss geprüft werden, ob sich einzelne Miterben Vorempfänge zu Lebzeiten des Erblassers anrechnen lassen müssen. Auch können sich Pflegeleistungen eines Abkömmlings für den Erblasser auf den Erbteil des Abkömmlings auswirken. Dieser Abkömmling kann verlangen, dass ihm die Pflegeleistungen ausgeglichen werden (§ 2057 a BGB).

 

Oft kommt es bei der Nachlassteilung zu erheblichen Konflikten i nnerhalb der Erbengemeinschaft. Um dies zu vermeiden, kann der Erblasser durch Testament zum Beispiel die Auseinandersetzung des Nachlasses insgesamt oder bezüglich einzelner Gegenstände ausschließen, Teilungsanordnungen treffen, einen Testamentsvollstrecker für die Teilung des Nachlasses einsetzen oder ein Schiedsverfahren anordnen.

 

 

GEMEINSCHAFTLCHES TESTAMENT/ EHEGATTENTESTAMENT